22.08.2000
Robinhood Marine Center - Camden
Entweder lag es noch am Jetlag oder an
der Aussicht heute endlich die Segel setzen zu können auf jeden Fall waren wir kurz vor
9:00 Uhr klar zum Auslaufen und warfen Punkt 9:00 Uhr die Leinen los. Bevor es zum ersten Mal
heissen sollte "Klar zum Segel setzen" galt es einen Hindernisparcour aus kleinen Bojen zu
durchfahren. Jede dieser Bojen kennzeichnet die Position eines Hummerkäfigs. Geht man nach
der Anzahl der Bojen, ist es schon sehr verwunderlich, daß es überhaupt noch Hummer
gefangen werden.
Mark war der Navigator des Tages und Klaus setzte seine Anweisungen souverän in Ruderbewegungen um. Vorläfig waren wir als MS Hansa unterwegs, regte sich doch kaum ein Lufthauch. Im Laufe des Vormittags baute sich dann etwas Wind auf und sofort wurden die Segel gesetzt.
Die Genoa zum Stehen zu bekommen war ein Thema für sich, fuhren wir doch nahezu platt vor dem Laken.
Schnell wurden die Rufe nach dem Spinnaker lauter. Die Schiffsführung war dieser Idee nicht
abgeneigt, was zu einer ungewohnten Aktivität an Deck führte. Die Spischoten wurden
eingeschoren, Toppnat und Niederholer klar gemacht. Parallel wurde unter Deck wieder der Herd in
Betrieb genommen, Spifahren kostet schließlich Kraft. Kaum waren Teller und Gläser vom
Cockpittisch verschwunden, schon leisten die Leute an den Winschen ganze Arbeit und ohne Eieruhr
kam der Spi zum Stehen. Der Geschwindigkeitszuwachs war mit 2 Knoten nicht zu verachten. Etliche
Zeit später, vor der nächsten mit Lobsterbojen und Untiefen gespickten Passage kam der
Spi trocken zurück in die Segellast. Unter "konventioneller" Beseglung legten wir die letzten
Meilen bis zu unserem Etappenziel Camden zurück. Die Mooringtonne, die uns der Hafenmeister per
Funk zugewiesen hatte, fanden wir schnell.
Mit dem Dingi ging es zur Stadtbesichtigung und Vorratsergänzung. Raimund und Mark bereiteten als Abendessen "nur" einen kleinen Salat, mit Hähnchen und gebratenen Zucchini. Mit einer gemütlichen Runde im Salon ließ klang der Abend aus.