23.08.2000
Camden - Bucks Harbour
Das Highlight des heutigen Tages war eindeutig das Frühstück. Erstmals auf diesem Törn
wurde die Pfanne angeworfen und es gab Bacon und Scrambled Eggs. Während Raimund, Mark und Klaus mit
dem Dingi in Richtung City starteten, um noch einige Vorräte zu ergäzen, gingen Astrid, Uwe,
Micha und ich daran das Schiff seeklar zu machen. Der Wetterbericht verhieß nichts Gutes für
unser Vorhaben Vinalhaven Island südlich zu runden. Nachmittags sollten Regen, Windgeschwindigkeiten
um 20 - 25 knoten und Nebel die Segelbedingungen erheblich verschlechtern. In einem Mehrheitsentscheid wurde
Bucks Harbour als nächster Zielhafen auserkoren. Der 25 Meilenschlag dorthin war innerhalb von ca. 3,5
Stunden geschafft. Auch hier wurden wir vom Hafenkapitän per Funk an die Mooringboje 21
gelotst. Der Hafen wird von einer über zwei Einfahrten erreichbaren Bucht gebildet. Von
seinem Häschen aus hat der Hafenmeister einen Blick direkt in die Einfahrt und kann per
Funk genaue Anweisung für den Zielanflug geben.
Bei der sich anschließenden Landexpedition, widmeten sich die einzelnen Crewmitglieder verschiedenen
Schwerpunkten. Mark, Raimund und Klaus erkundeten im örtlichen Segelclub die gastronomischen Gepflogenheiten
der Region. Astrid, Uwe, Micha und ich gingen daran, daß Hinterland nach touristisch wertvollen
Aussichtspunkten zu erforschen. Die beiden erst genannten brachen ihre Expedition nach 2 nicht sehr
erfolgreichen Versuchen ab und widmeten sich bei einem Becher Kaffee auf der Terasse der örtlichen Mall
den Lebensgewohnheiten der Anwohner. Michas und mein Ausflug endete im Wohnzimmer eines Sommersitzes
mit Panoramablick auf die Bucht.
Auf unserem Schlag von Camden nach Bucks Harbour war uns bewußt geworden, in welch ungünsitge Ausgangposition wir uns für einen schlag nach Mount Dessert Island begeben hatten. Aber halt, es gibt dort den Eggemoogin Reach, durch den wir ca. 3 Stunden sparen können, vorausgesetzt wir passen unter der Brücke hindurch. In den Karten ist eine Durchfahrtshöhe von 85 ft angegeben. Preisfrage: Wieviel sind 27 m (Höhe des Mastes über Wasser) in ft? Der Taschenrechner lieferte uns eine Lösung, mit der wir uns nicht zufrieden geben wollten. Astrid und Uwe befragten im Rahmen ihres Landgangs den Hafenchef nach seiner Meinung zur Durchfahrtshöhe und Tide. Er meinte, das es bei Niedrigwasser passen müsste.
Während unseres Abendessens drehten sich die Gespräche im Großen und Ganzen darum, ob wir mit
Hilfe der Tide die Brücke passieren können oder nicht. Die von der Schiffsführung
unterstützte Eintscheidung lautete, das Mittagsniedrigwasser abzuwarten und die Brückenpassage zu wagen.
Unsere Auslaufzeit war somit auf 11:00 Uhr festgelegt. In Anbetracht der Möglichkeit ausschlafen zu
können ließ sich jeder Zeit mit dem Aufsuchen seiner Koje und die Lichter im salon verloschen nicht so
schnell.