27.08.2000
Frenchboro - Pulpit Harbour

Zitate des Tages:

Lobster Sam:

Durch einen beherzten Sprung ins warme Wasser fand er einen kurzen, qualvollen aber durchaus schmackhaften Tod.

Rest in pieces on the table

Im Zuge der eingeschränkten Öffnungszeiten der Lobsterbude am gestrigen Abend blieb uns nur wenig Zeit die Aussage des Hafenführers "Frenchboro is remote -- very remote.." zu verifizieren. Nach dem Frühstück besetzten wir das Dingi, bewaffnet mit Fotoapparat und Digicam. Die Chefin der Lobsterbude glänzte weiterhin durch Abwesenheit, was Mark um die erste Chance brachte ein original Frenchboro Basecap zu erwerben. Wir folgten der Inselhauptstr., in deren Verlauf wir als erstes auf ein Projekt für Astrids Diplomarbeit stießen, falls ihre Bewerbung bei Hinkley scheitern sollte: Ein Holzhaus älteren Baujahres, mit bestem Harbour View wartet dort auf seine Wiederbelebung. Keine hundert Meter entfernt, im Vorgarten des Nachbarn entdeckten wir einen der Inselfriedhöfe. Nur einen Steinwurf entfernt konnten wir unseren Bildungsdurst ein wenig stillen, ein paar nagelneue Lobsterfallen luden zur näheren Inspektion ein.

Unsere Verwunderung kannte kaum Grenzen, als wir an der Inselkirche vorbei kamen. Hatten wir gestern noch erfahren, daß wir unseren auf einem sehr religiösen Eiland befanden, auf dem weder Alkohol ausgeschenkt, geschweige denn geflucht wird. Nun war diese Kirche am Sonntagvormittag bis auf den letzten Platz frei. Wie konnte das angehen? Es gab nur eine Erklärung....

Der weitere Inselrundgang (okay, okay, wir wir haben die Insel nicht komplett gerundet) offenbarte keine bahnbrechenden Highlights, das eine oder andere Stilleben ließ die Fotografen den mechanischen Widerstande des Auslöser überwinden und steigerte den Unsatz er Fotoindustrie. Auf dem Rückweg legten wir einen Zwischenstop bei dem örtlichen Museum ein, in der Hoffnung, der Inselchronist würde das Museum angesichts dieser Menschmassen vor 12:00 Uhr öffnen. Trotz aller Beharrlichkeit, mit der wir auf der Terasse "herumlungerten" kam niemand, um uns die heiligen Hallen zu öffnen. Wir hatten jedoch die Gelegenheit einige Exponate zu besichtigen, die auf der Terasse ihrer weiteren Verwendung harrten. Neben den Walknochen, die locker als Sitzgelegenheit durchgingen, erregte ein Südwester unsere Aufmersamkeit. An sich sind diese Teile für sich genommen nicht so spannend, aber an diesem hing noch der Skalp seines letzten Trägers.

Noch immer erbarmte sich kein Inselchronist uns das Museum aufzuschließen, wir hatten somit keinen Grund mehr auf dieser Insel läger zu verweilen. Einen Zwischenstopp legten wir noch am Friedhof ein. Dabei fiel uns auf, daß anscheinend jede Familie ihr eigenes Stücken Erde hatte. Eine Massierung an Grabsteinchen in Nähe der Lobsterbude ließen in uns den Verdacht aufkommen, hier könnten all die Überreste der Lobster begraben, sein die an der Bude verzehrt wurden. Sollte hier auch Lobster Sam seine letzte Ruhe gefunden haben?

Unter Maschine tasteten wir uns durch das Feld von Lobsterbojen, bevor wir den Diesel ausschalteten und wieder voll auf die Windkraft setzten. Nach einem schönen Schlag mit gutem Wind und Sonne, aber ohne berichtenswerte Ereignisse liefen wir den nächsten 5-Sterne Hafen an. Zielsicher hatte sich Uwe eine Mooringtonne ausgesucht, welche wir auch auf den ersten Griff geangelt haben. Einige Zweifel bestanden jedoch hinsichtlich der Haltbarkeit, sollte diese kleine Mooring die Hansa wirklich halten? Uwe testete dies mit Fahrt achteraus. Erst schienen sich unsere Zweifel zu bewahrheiten, doch dann ruckte die Mooring ein.

Statt des Einlaufschluckes gab es heute Kuchen, den Astrid kurz zuvor spontan in die Röhre geschoben hatte. Bei dieser Gelegenheit stellten wir gleich fest, daß der Herd nur einen eingeschränkten Schwingbereich hat. Man beachte hierzu die Dickeverteilung des Kuchens in der Form... Trotz erheblichen Widerspruchs von Astrid war die Crew einhellig der Meinung, daß dieser Kuchen durchaus dem kulinarischen Niveau dieses Törns gewachsen war.

Laut Hafenhandbuch sollten sich in der Nähe des Dingi-Docks Müllentsorgunsmöglichkeiten und auch ein Supermarkt befinden. Unsere Landexpedition ergab einige Verbesserungsvorschläge für das "Hafenhandbuch. Die Müllcontainer glänzten durch Abwesenheit und den Supermarkt fanden wir nach ca. 30 Minuten Fußmarsch. In der Nähe des Supermarktes befand sich auch der örtliche Flughafen. Die Landebahn querte die Straße wobei Passanten und Autofahrer durch ein Schild mit der Aufschrift "Caution Low flying aircraft" und zwei auf beiden Seiten der Landebahn-Straßenkreuzung aufgebauten Schildern "Caution Flashing Light Aircraft on take off or approach" auf mölichen Querverkehr hingewiesen wurden. Die Landebahn selbst bestand aus einer mehr oder weniger geraden Rasenpiste (siehe hierzu Bildergalerie). Leider kamen wir nicht in das Vergnügen einen Start bzw. eine Landung auf dieser Piste zu bewundern.

Für den heutigen Abend stand das Kapitänsdinner auf unserem Veranstaltungskalender. Uwe hatte angekündigt, sich in die Reihe unserer Köche einzureihen, um sich seine Kochmützen zu verdienen. Statt Dreigänge Menue und Eisbombe mit Feurwerk gab es superschmackhaftes Labskaus.


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